Lebenszeichen

Wir sind nicht stiller. Nur die Worte fehlen.

Wir gehen arbeiten und das verlangt so viel an Fähigkeiten und Kraft… Die wir nicht haben. Gewaltvoll versuchen aus der Helfergewalt zu kommen.

Und es ist soooo ein großes Schutzbedürfnis da. Ich will morgen nicht raus. Ich will zu Hause bleiben. Das da draußen tut weh. Der Körper auch. Auch, wenn an sich gutes geplant ist… Treffen für das Kinderbuch und in den Kinderladen wegen der Häkelsachen. Aber es ist keine Kraft für anderes und andere Menschen. Schutz… Wir brauchen Schutz.

Wir versuchen es weiter mit der Therapeutin… Es ist für sie okay, wenn wir nur kommen und mehr gerade nicht leisten können. Nicht Allein…. Und etwas im Innen mag, dass sie da ist und die Hand hält. Ein Kontakt wieder da? Wieder möglich???

Hohl

Wir leben… Und doch gut.

Die Arbeit klappt okay. Es kommen positive Rückmeldungen.

Aber es passiert ohne ein Innenleben. Man läuft wie doppelt neben sich her. Zerfließt. Wir basteln, häkeln, laufen mit dem Hund. Ohne Gefühl. Nur eine große Fremdheit.

Die Thera hat gestern geschrieben. Dass sie wieder klar ist und bereit für uns. Hat angeboten zu telefonieren. Und es macht. Nichts. Versuche zu spüren, was die Situation am Mittwoch genau gemacht hat und was nun gebraucht wird (das wäre gut zu wissen) , werden verschluckt. Hohl…. Und null Verbindung zu ihr. Zurückschreiben ging folglich nicht. Weil es nichts gibt zum schreiben.

Jetzt

Wir brauchen Hilfe… Jetzt. Überlegung hin und her, was jetzt helfen könnte. Außer JETZT oder spätestens morgen ein Termin mit der Thera… Denn dort muss es hin. Ausgetragen werden, was sie schon okay hat. Aber das, was geschrieben wurde so so so schlimm ist….. Aber ein früher geht wohl nicht. Das hat sie klar kommuniziert. Nur wohin damit. Wohin mit diesem riesen Paket, was sie da zu uns geschoben hat.

Und es ist auch nicht erklärbar für jemanden der nicht mit DIS zu tun hat. Hatten wirklich überlegt beim Krisendienst anzurufen…. Doch was bleibt am Ende… Das müssen Sie mit ihrer Therapeutin klären.

Wir sind echt echt in Not.

Mail

Tränen laufen und Todesangst ist kalt und um den Hals da….

Eine Mail von der Thera mit einer Bitte… Und das geforderte wir kann nicht gut darauf antworten. Ich kann nur für mich sprechen…Ihr wohl aber ist es ausreichend.

Aber hier ist was los getreten. Und ich komm nicht dran… Merke nur viel Resonanz und die Frage, was passiert, wenn… Völligste Überforderung und das Gefühl allein nicht damit zurecht zu kommen das zu ordnen. Aber zu ihr geht nicht… Und so ein Selbsthass, Weil sowas banales umwirft, die Gesamtheit eben nicht zustande kommt.

Neues Innem

Schwer hebt sie ihre Füße den Weg entlang. Das Laub unter ihr gruschelt sich um ihre Schuhe. Gedanken kullern durch ihre Hirnwindungen. Werden spitzer. Schieben sich schmerzhaft durch die engen Wege hinaus, um feucht über das Augenlid in das herbstliche Blätterbunt zu fallen. Heiße Verzweiflung und beißende Hoffnungslosigkeit machen sich breit. Sie öffnet die Augen. Vor ihr zieht ein kalter Wind vorbei. Das Bild unscharf. Ängstig sieht sie sich um. Ein Druck, ein Flüstern. Der Wind kommt von innen. „Hi!“ Sie fährt herum, bleibt stumm und fühlt das Innen, neu, hinter sich. Es ist passiert. Wieder passiert. Aber nicht durch ihn und dort. Sondern wegen sich. Gewalt gegen sich spaltet auch. Sie hebt das Kinn und schluckt die Bitterkeit mit einem Zug herunter.

Grenzdehnung

Wir arbeiten seit der Woche. Einfach so.

Durch die Arbeitszeit werden wir von Dissoziation umnebelt und von ihr durch getragen. Is ja alles gar nicht schlimm. Geht doch.

Zu Hause geht nichts mehr. Es ist furchtbar furchtbar viel. Das Arbeiten gehen an sich ist schon eine Dehnung unserer Grenzen. Das was… Wir bewegen uns außerhalb derer.

Hin und hergerissen zwischen „einfach den Menschen in dem Moment sehen“ Und doch die Tragik ohne Dissoziation kaum aushaltbar. Ich weiß nicht, ob ich diese Art Arbeit kann. Ob ich meinen Platz finden kann. Und den der Klienten… Elendig was man zu sehen bekommt und über vieles wird der Deckmantel der Selbstbestimmung und Selbstständigkeit geworfen.

Es ist keine Grenzdehnung und auch keine Gratwanderung… Gefühlt. Es ist außerhalb von können und wollen. Müssen… Wollen nur in dem Sinne unter dem Radar zu fliegen. Unter der Masse zu verschwinden. Und uns aus Abhängigkeiten zu lösen.

Es ist machbar, Weil der Mann grade mit den Kindern nicht da ist. Kraft für die Arbeit sein kann. Wie es werden wird im regulären Alltag. Ich mag es mir grade gar nicht vorstellen.

Das Innen dreht sich weg. Tränen laufen beim Gang in die Dunkelheit der Schutzhöhle. Wie ein verletzter Fuchs in den Bau.

Gestern

Ich war gestern nochmal bei der Thera. Wollte hören, was sie mir mitgeben will, so wie sie es in einer Mail geschrieben hat.

Ich war erst gar nicht da. Erst 25min später. Wir haben angefangen zu sprechen über das wieso und warum des Therapieabbruchs. Nicht zu Ende… Und vor allem habe ich nicht gehört, was sie zu sagen hat. Als ich beim nächsten Mal vorne war, war ich schon wieder zu Hause😔… Weiß nichts. Und es macht mich…traurig, bin beschämt so zerschossen zu sein.

Hab nach Innen gespürt, ob ich irgendeine Resonanz bekomme zu der Stunde. Da war nichts. Es hat sich leichter angefühlt.

Hab der Thera nochmal eine Mail geschrieben, dass ich nicht viel von der Stunde weiß…

Und dann, keine Ahnung, ob ich bleiben kann… Bei ihr.

Und jetzt ist es nur dumpf und betäubt. Versuche ich nach Innen zu spüren, prallt es ab. Keine Orientierung. Keine Klarheit. Und den Druck der Thera wieder zu schreiben, dass ich nicht mehr komme.

Und ich hab so riesen Angst. So riesen kann nicht vor nächster Woche. Arbeitsbeginn… Ich weiß gar nicht wie ich das machen soll… Aber heute ist heute. In diesem Abstand von Jetzt zu jetzt muss ich bleiben. Um mich nicht gänzlich zu verlieren

Gestern

Ich war gestern nochmal bei der Thera. Wollte hören, was sie mir mitgeben will, so wie sie es in einer Mail geschrieben hat.

Ich war erst gar nicht da. Erst 25min später. Wir haben angefangen zu sprechen über das wieso und warum des Therapieabbruchs. Nicht zu Ende… Und vor allem habe ich nicht gehört, was sie zu sagen hat. Als ich beim nächsten Mal vorne war, war ich schon wieder zu Hause😔… Weiß nichts. Und es macht mich…traurig, bin beschämt so zerschossen zu sein.

Hab nach Innen gespürt, ob ich irgendeine Resonanz bekomme zu der Stunde. Da war nichts. Es hat sich leichter angefühlt.

Hab der Thera nochmal eine Mail geschrieben, dass ich nicht viel von der Stunde weiß…

Und dann, keine Ahnung, ob ich bleiben kann… Bei ihr.

Und jetzt ist es nur dumpf und betäubt. Versuche ich nach Innen zu spüren, prallt es ab. Keine Orientierung. Keine Klarheit. Und den Druck der Thera wieder zu schreiben, dass ich nicht mehr komme.

Und ich hab so riesen Angst. So riesen kann nicht vor nächster Woche. Arbeitsbeginn… Ich weiß gar nicht wie ich das machen soll… Aber heute ist heute. In diesem Abstand von Jetzt zu jetzt muss ich bleiben. Um mich nicht gänzlich zu verlieren

Seht ihr mich

Ich hab Angst. So ne scheiß Angst. Löse mich auf. Bin dissoziiert. Aber hänge dazwischen.

Schweig. Schweig still. Dein Atem verrät dich. Du lebst noch. Wir bereiten uns vor auf das was kommen wird. Ohne uns. Nur Hülle. Leere Hülle. Kein Schrei. Keine Träne. Kein Gefühl. Denn wenn sie dich finden bist du tot.

Es geht vorbei. Vorbei ohne aufzuhören. Wir sind unter der Glaskugel. Eine Schicht über uns. Eingeschlossen. Allein. Ungesehen. Unerhöhrt. Stecken hier drin. Oh du mein Hampelmann.

Wir sind nicht. Und doch so viele. Ohne passend zu sein. Uns selbst ausliefernd. Weil wir müssen.

T.